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Auf die Mischung kommt es an:

Das steuerrechtlich unerquickliche Thema der „gemischten Nutzung“ kommt erfreulicherweise in Bewegung. Gerne wurde von der Finanzverwaltung beim Thema „gemischte Nutzung, gemischte Aufwendungen“ der § 12 Nr. 1 EStG aufgerufen mit dem Argument, dass eine Trennung nach objektivierbaren Kriterien nicht möglich sei und damit ein Abzug von Betriebsausgaben nicht erfolgen darf. Stellt sich die Frage, was sind eigentlich objektivierbare Kriterien.

Die Kilometerleistung beim PKW, das ist sicherlich ein objektivierbares Kriterium. Kilometer kann man aufteilen, beruflicher Kilometer, privater Kilometer. Will man als Steuerpflichtiger aber kein Fahrtenbuch führen, bietet die Finanzverwaltung die Versteuerung nach dem Bruttolistenpreis an. Objektivierbares Kriterium? Es handelt sich wohl eher um eine Hilfskrücke, ein Schätzverfahren oder Vereinfachungsregel für die Anwendung, aber nicht um ein objektiviertes Kriterium.

Diese Großzügigkeit kannte die Finanzverwaltung bei anderen gemischten Aufwendungen nicht. Das Schlafsofa im Arbeitszimmer konnte der beruflichen Nutzung schon mal den Gar ausmachen, denn wie will man nun objektiviert den Büroschlaf von privater Nutzung des Schlafsofas z. B. durch Gäste trennen (selbst wenn der Steuerpflichtige tagsüber arbeitet und der Besucher nachts schläft).

Die Rechtsprechung meldet sich zu Wort:

Zunächst hatte der Große Senat des BFH bereits in 2009 (v. 21.9.2009, GrS 1/06) das strikte Aufteilungsverbot in § 12 EStG bei gemischt veranlassten Aufwendungen insbesondere im Hinblick auf die Reisekosten gekippt. Aufwendungen, die beruflich und privat veranlasst sind, dürfen nunmehr in abziehbare Werbungkosten/Betriebsausgaben und nicht abziehbare Aufwendungen der privaten Lebensführung aufgeteilt werden. Die Finanzverwaltung hat mit BMF Schreiben vom 6.7.2010 diese Anwendung umgesetzt.

Was nun für die Reisekosten gilt, soll nach Auffassung des Finanzgerichtes Köln auch für das häusliche Arbeitszimmer gelten. In seinem Urteil vom 19.5.2011 hat das Gericht entschieden, dass die angefallenen Aufwendungen für ein zur Hälfte beruflich genutztes Wohnzimmer zu 50% als Werbungskosten absetzbar sind. Dem steht nicht (mehr) entgegen, dass in dem Zimmer auch Sessel, Couch, Tisch und Fernseher stehen und der Raum als Wohnzimmer täglich genutzt wird.

Das Finanzgericht wendet somit die Sichtweise des Großen Senats an und geht davon aus, dass auch im Bereich des Arbeitszimmers eine Aufteilung der Kosten in betrieblich und privat zu erfolgen hat, wenn die Privatnutzung nicht völlig untergeordnet ist. Mit dem Kippen des Aufteilungs- und Abzugsverbots, wie es bislang praktiziert wurde, entfällt die Argumentation, die Kosten des häuslichen Arbeitszimmers können nur dann anerkannt werden, wenn das Zimmer nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird. Ob sich dieser Ansatz der Rechtsprechung durchsetzt und ggf. auch noch auf weitere Lebenssachverhalte übertragen lässt, bleibt abzuwarten. Es gibt durchaus Finanzgerichte, die diesbezüglich eine andere Rechtsauffassung vertreten.

Grundsätzlich ist das Verhältnis zwischen der Entscheidung des Großen Senats und den früheren Entscheidungen des BFH zum Aufteilungsmaßstab zu klären. Bis das geschehen ist, ggf. durch ein Revisionsverfahren, empfehlen wir die steuerlichen Optionen für gemischt genutzte Räume über ein ruhendes Verfahren offenzuhalten, falls die Finanzämter nicht von selbst ein Ohr für eine Aufteilung des Arbeitszimmers haben. Die Grundsätze dazu findet man schon jetzt im o. g. BMF Schreiben.
Also durchlesen, anwenden, aufteilen, los.

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